Octavian

Der Machtkampf zwischen Octavian und Antonius

2.2 Die Flucht der Senatoren

Nach der ersten Senatssitzung des Jahres flohen die beiden Konsuln und mit ihnen über 300 Senatoren zu Antonius, der sich in Ephesus aufhielt. "Als Ceasar davon erfuhr, erklärte er, er habe die Männer von sich aus abgesandt; damit sollte der Eindruck vermieden werden, sie hätten ihn als einen Rechtsbrecher verlassen"[18].
Ob sie Rom wegen dem Rechtsbrecher Octavian verließen oder erst selber durch ihre Flucht das Recht brachen, beurteilt jeder Forscher durch die Brille durch die er auch den vermeintlichen Staatsstreich bewertet.
Antonius konnte jetzt einen Gegensenat bilden und "nach ausgiebiger Erörterung des Für und Wider den Krieg [erklären], des weiteren seine Ehe mit Octavia [lösen]."[19]
Es bleibt unklar, ob die Flucht der Senatoren von Octavians Propaganda als längst überfälliger Reinigungsprozeß verkauft wurde, der den Senat durch die Schrumpfung von 1000 auf 300 Senatoren wieder alten Glanz verleihen sollte.[20]

[18] Dio 50, 2, 7. S. 312.

[19] Ebd. 50, 3, 2. S. 312. Unter welchen Umständen sie Antonius und Kleopatra in Ephesus vorfinden, beschreibt Plutarch: Antonius 56, S. 356ff.

[20] Sueton: Augustus 35, 1. S. 59. Diese Sichtweise wurde viele Jahre später bei der Senatsumstrukturierung im Rahmen der augusteischen Reformen vertreten. Ob sie bereits hier Propagandameinung war, bleibt umstritten Fakt ist jedoch, das die verbliebenen Senatoren ungefähr dreihundert waren, wie in alten Zeiten.
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