Octavian

Der Machtkampf zwischen Octavian und Antonius

4. Die Art der Kriegsvorbereitungen - der große Fehler des Antonius?

Octavian versammelte vor Einbruch des Winters 80 000 Fußsoldaten und 12 000 Reiter in Brundisium und Tarent. Dabei handelte es sich kriegstüchtige Römer und deren Verbündete, hinzu kamen 250 kleine, wendige Kriegsschiffe.

Antonius lies 100 000 Fußsoldaten und 12 000 Reiter schlechterer Ausbildung und Ausrüstung entlang der Westküste Griechenlands überwintern. Er befehligte 500 große, schwerfällige Kriegsschiffe und wurde von Kleopatra sowie den Klientelkönigen Afrikas und Asiens untertsützt.[41]

Der Bau der kolossalen Schiffe, die nicht einmal voll bemannt werden konnten, stellt den zweiten großen Fehler des Antonius da.[42] Octavian, für den Agrippa die erfahrene Armada aus schnellen Schiffen kommandierte, nutzte dies zur Motivation seiner Soldaten: "Werden [die Schiffe des Antonius] nicht gerade wegen ihrer Höhe und Stärke für ihre Ruderer schwerer zu bewegen und für ihre Steuermänner weniger lenkbar sein? Was können wohl derartige Schiffe ihrer vom Bord aus kämpfenden Besatzung nützen, wenn diese weder einen Frontal- noch Flankenangriff, bekanntlich die wichtigsten Manöver in einer Seeschlacht, damit nicht ausführen können?"[43]

Der spätere Kaiser sollte mit dieser Einschätzung Recht behalten.[44]

[41] vgl. Plutarch: Antonius 61, S. 362. Demnach herrschte Antonius damals vom Euphrat und Armenien bis zum Ionischen Meer und Illyrien, in Afrika von Kyrene bis Aithopien. Ihn unterstützten die Herrscher Bokchos (von Afrika), Tarkondemos (Oberkilikien), Archelaos (Kappadokien), Philadelphos (Paphlagonien), Mithridates (Kommagene), Sadalas (Thrakien), Polemon (Pontos), Malchos (Arabien), Herodes (Iudaea), Amyntas (Lykaonien und Galatien) und der König der Meder.

Octavian herrschte vom Illyrien bis zum westlichen Ozean und von dortaus wiederum bis zum Tyrrhenischen und Sizilischen Meer. Sowie den Teil Afrikas, der Gallien, Italien und Spanien gegenüberlag.

[42] nach Plutarch: Antonius 62, S. 362f mussten griechische Wanderer, Eselstreiber, Schnitter und unreife Jünglinge zum Schiffsdienst gezwungen werden und trotzdem reichte die Bemannung nicht.

Zum ersten Fehler des Antonius: Siehe Kap. 2.5.

[43] Dio 50, 29, 1f. S. 341.

[44] Schön zu lesen ist die lyrische Kriegsschilderung von Vergil: Aeneis. 8. Buch. Zeilen 675 - 728. S. 127ff.
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